Sonnencreme für dein Gesicht – Warum so wichtig?

Für viele von uns ein leidiges Thema. Sonnencreme klebt meist, ist fettig, weißelt und nervt einfach. Warum dieses Thema aber trotzdem so wichtig ist, versuche ich hier etwas zu beleuchten. Denn Fakt ist, Sonnenschutz zu tragen, ist die beste slow-aging Formel und der beste Schutz gegen Hautkrebs, Falten, Pigmentflecken und Sonnenbrand.

Lasst uns das ganze also noch einmal überdenken und am Ende schauen, ob es doch angenehme Sonnenschutz Produkte auf dem Markt gibt. Denn ich bin aufgewachsen, ohne dass mir die massive Wichtigkeit dieses Produktes vermittelt wurde. Ich denke, hier müsste Flächendeckend viel mehr Aufklärung geleistet werden. Mein eigenes Wissen darüber, habe ich mir nur durch aktives suchen angelesen. Also wie soll ein NORMALO erahnen wie essenziell eine Sonnencreme für das Gesicht und eigentlich auch den ganzen Körper ist? Jeden Tag!

Tatsächlich beschäftigt mich dieses Thema erst seit gut einem Jahr und leider habe ich mittlerweile 30 Jahre verloren, meine Haut gut zu schützen. Deswegen kommt hier mein Beitrag.

Gründe für Sonnencreme

  • Vorzeitiges altern der Haut (sogenanntes photoaging)
  • Hyperpigmentierung (Pigmentflecken), Falten und Elastizitätsverlust, Hängebäckchen und Co. lassen grüßen!
  • Lässt dein Risiko, im Laufe deines Lebens an Hautkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen!
  • Aktive Wirkstoffe wie z. B. Retinol und Säuren in der Hautpflege erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Teure Skincare-Produkte, ohne einen darauf folgenden Sonnenschutz zu verwenden, schädigt die Haut noch intensiver.
    (Die teure Hautpflege wäre somit herausgeschmissenes Geld und gleichzeitig eine zusätzliche Belastung für die Haut.)
Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 21.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs (= malignen Melanom), einer sehr aggressiven und bösartigen Form. Ca. 3000 Menschen sterben daran jedes Jahr! Grund: Intensive UV-Bestrahlung durch die Sonne und Gänge unter das Solarium, sowie Sonnenbrände, die im Laufe seines Lebens immer mal wieder aufgetreten sind.

Warum ist die Sonne so gefährlich?

Die Sonne scheint und wir haben plötzlich die beste Laune und sind voller Energie, aber leider, hat ihre Strahlung eine besonders gesundheitsschädliche Wirkung auf unsere Haut. Das Sonnenlicht ist Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung, mit unterschiedlichen Wellenlängen, die unterschiedlich aggressiv sind. Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher ist die Strahlung, und umso schädigender wirkt sie.

Abb.1

Neben der Infrarotstrahlung, auch Wärmestrahlung (700 nm – 1440 nm) genannt und dem sichtbaren Licht (400-700 nm), sendet die Sonne, die energiereichere UV-Strahlung (100-400 nm) aus. Um dies noch etwas komplizierter zu machen, wird die UV-Strahlung (= Ultraviolette-Strahlung) in drei Bereiche eingeteilt.

  1. UVA
  2. UVB
  3. UVC
Die Sonne sendet kontinuierlich UV-Strahlen aus und sind die Hauptursache für Hautschäden wie Hautkrebs, Hyperpigmentierung, vorzeitige Hautalterung wie Falten, Elastizitätsverlust, etc. sind die Folge.

UVA Strahlung

Abb.2

Die UVA-Strahlung besteht aus kürzer welligen UVA-2 (315 nm bis 340 nm) und das langwelliger UVA-1 (340 nm bis 400 nm). Insgesamt macht sie etwa 95 % der gesamten UV-Strahlung aus. Sie ist langwellig und deswegen wenig energiereich, hat aber eine große Eindringtiefe, bis in die Dermis (Lederhaut).

Im Vergleich zur UVB Strahlung gelangt UVA teilweise durch Wolken und Glas (Fensterscheiben). Sie ist also da, sobald die Sonne aufgeht! Diese dauerhafte Bestrahlung schädigt unser Bindegewebe. Die Folge ist vorzeitige Hautalterung, wie Verlust der Spannkraft, Faltenbildung und ein Beitrag zum Hautkrebs-Risiko.

Das fatale an dieser Art der Strahlung, sie macht sich erst nach Jahren bemerkbar und wird deshalb von vielen auch nicht wahrgenommen, oder erst zu spät ernst genommen.

Abb.3

Das berühmte BIld von Bill McElligott zeigt sehr deutchlich, das UVA keinen halt vor Glasscheiben macht. Er fuhr als Trucker mehr als 28 Jahre durch die USA. Die Folgen sieht man deutlich. [Abb.3]

UVB Strahlung

Die UVB-Strahlung besitzt ein hohes Energiepotential und ist für Rötungen, Verbrennungen (Sonnenbrand), allergische Reaktionen und Hautkrebs verantwortlich, denn sie gelangt bis in die Epidermis. Dort schädigt sie die DNA unserer Hautzellen und kann schwere DNA-Schäden verursachen.

Unsere Hautzellen haben ein eigenes Reparatursystem. Wenn ihre Schäden durch die Strahlung aber zu groß sind, streben unsere Zellen. Oder die geschädigte Zellen können, nach häufigen, lang anhaltenden, intensiven UVB-Bestrahlungen, sowie Sonnenbränden, zu Krebszellen entarten – Hautkrebs kann entstehen.

Langfristige Schäden UVA-Strahlung

  1. Hyperpigmentierung, Pigmentflecken
  2. Vorzeitige Hautalterung, feine Linien, fahle Haut und Faltenbildung
  3. Kann photoallergische Reaktionen auslösen (Sonnenallergie)

Langfristige Schäden UVB-Strahlung

  1. Sonnenbrand
  2. Rötungen
  3. Hautkrebs
Merkhilfe: UVB = burn & UVA = aging
Abb.4

UVC Strahlung

Dies ist die schädlichste Art der UV-Strahlung (100 bis 280 nm). Sie hat die höchste Energie und der niedrigsten Wellenlänge. UVC wird aber noch bevor sie die Erdoberfläche erreicht, von der Atmosphäre absorbiert [4], sodass wir uns bei ihr vorerst keine Sorgen machen müssen.

Lichtschutzfaktor LSF/SPF

Der Lichtschutzfaktor (LSF) oder, im engl. sun protection factor (spf), gibt die Schutzzeit eines Produktes gegen die UVB Strahlung an. Wie lange deine Haut bis zur Hautrötung/Sonnenbrand geschützt ist (= minimal sonnenbrandwirksame UV-Dosis). Er verlängert also die Eigenschutzzeit der Haut gegenüber UVB-Strahlung. Dieser sollte aber immer nur ein Richtwert sein und nicht zu genau genommen werden. Denn im Labor sind die Bedingungen komplett andere, als in der Realität.

Unser Alltag sieht oft so aus, dass wir schwitzen, uns ins Gesicht fassen, uns vielleicht mal mittags auf die Couch legen, einen Rucksack, oder eine Tasche über den Schultern tragen, Kleidung an und ausziehen, etc. All diese Dinge sind mechanische Belastungen und sorgen unter anderem dafür, dass der Sonnenschutz nicht mehr gleichmäßig auf der Haut liegt. Ganz egal, ob auf dem Gesicht oder am Körper.

Sonnencreme Empfehlungen

NIVEA SUN
NIVEA SUN
UV Gesicht Sensitiv LSF 50
PURITO
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Centella Green Level Unscented Sun SPF50+
Canmake
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Mermaid Skin Gel UV SPF 50+
La Roche-Posay
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Anthelios Ultra Cream LSF 50+
La Roche-Posay
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Invisible Anthelios Shaka Fluid LSF 50+
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Wie wird LSF getestet?

Tests zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors nach der Internationalen Methode, wird am Menschen („In-vivo“) durchgeführt. Der Sonnenschutz wird mit 2 mg / cm2 aufgetragen. Eine UV-Lampe wird auf die nackte Haut und auf die sonnen geschützte Haut gerichtet. Die Zeiten, die somit erforderlich ist bis Rötungen (Erytheme) auftreten wir ermittelt und der LSF kann bestimmt werden. Alle Sonnenschutz Produkte müssen diesen Test durchlaufen haben, bevor sie frei verkäuflich sind. Im Umkehrschluss heißt dies: Trägt man seine Sonnencreme mit weniger als 2 mg / cm2 auf, so ist die Haut nicht mit dem aufgewiesenem LSF geschützt.

Der LSF schützt vor UVB-Strahlung und wird in insgesamt vier Schutzklassen unterteilt:

  • niedrig (LSF 6-10)
  • mittel (LSF 15-25)
  • hoch (LSF 30-50)
  • sehr hoch (LSF 50+)

Der LSF ist ein Maß für den UVB-Schutz. Der deklarierte Schutz ist nur mit 2 mg/cm2 gegeben!

Tipp: Ein neues Produkt sollte vorm ersten Auftrag mit einer Feinwaage abgewogen werden. Ideal wären 1,2g nur für das Gesicht. Im Durchschnitt wird empfohlen 1g für das Gesicht zu verwenden, da beim Eincremen aber auch etwas an den Fingern kleben bleibt, ist man mit 1,2g auf der sicheren Seite. Jedes Produkt hat eine andere Dichte! So kann es sein, dass man augenscheinlich von dem einem Produkt weniger benutzten muss, als von dem anderem.

Abb.5

Welchen Lichtschutzfakor soll ich benutzen?

Folgende Abbildung [Abb.5] zeigt recht gut inwieweit sich der Schutz durch den jeweiligen LSF zeigt. Tragen wir also eine Sonnencreme mit einem LSF 30 auf, so absorbieren [A] die Filter 96,7 % der UV-Strahlung. Beim LSF 50+ sind es schon 98,3 %. Die Idee, dass es hier ja kaum einen Unterschied gibt, scheint im ersten Moment richtig. Wenn man sich aber Durchlässigkeit [T], der Sonnencreme anschaut, sieht man deutlich, dass sie doppelt so hoch ist.

Das heißt eine Creme mit einem Lichtschutzfaktor von 50+, schützt dich doppelt so gut, wie eine LSF 30.

Kann man sich gesund bräunen?

Eine häufig gestellte Frage, die man leider mit einem einfachen NEIN beantworten muss. Sonnencreme kann uns leider nie zu 100% schützen. Spezielle Zellen der Haut, die Melanozyten, aktivieren die Melaninproduktion bei einfallender UVB-Strahlung. Das Melanin ist ein natürliches Pigment, welches die Haut daraufhin allmählich einfärbt. Bekommst du im Sommer also einen sonnengeküssten Teint, so ist dies ein Schutzmechanismus deiner Haut.

Eigenschutzzeit der Haut und Lichtschutztyp

Die Eigenschutzzeit der Haut wird noch immer mit dem Schema des Dermatologen Thomas Fitzpatrick eingeteilt. Sie gibt an, wie lange man in der Sonne verbringen kann, ohne dass eine Hautrötung auftritt. Die sogenannte FitzpatrickScale sollte aber immer nur ein grobes Maß sein.

Man unterscheidet insgesamt sechs Lichtschutztypen (Phototypen). Jede Haut entspricht einem bestimmten Typus und reagiert unterschiedlich schnell auf Sonnenstrahlung. Je niedriger der Lichtschutz- bzw. Phototyp ist, dem man zugehört, desto höher muss der LSF sein, um die Haut zu schützen. Je höher der LSF, desto besser ist der Schutz vor UV-B-Strahlung und vor Sonnenbrand.

Diese Einteilung sollte immer nur eine Richtung vorgeben, denn idealerweise lässt man sich hier vom Dermatologen einordnen, oder man benutzt direkt ein Produkt, welches deutlich besser schützt.

  • Phototyp I: sehr helle Haut, bräunt kaum, bekommt sehr leicht Sonnenbrand, sehr viele Sommersprossen
  • Phototyp II: helle Haut, bräunt wenig, bekommt häufig Sonnenbrand, viele Sommersprossen
  • Phototyp III: mittlere Haut, bräunt langsam, bekommt manchmal Sonnenbrand, wenige Sommersprossen
  • Phototyp IV: bräunliche Haut, bräunt schnell hin zu dunkel, bekommt kaum Sonnenbrand
  • Phototyp V: dunkle Haut, bräunt schnell hin zu sehr dunkel, bekommt kaum Sonnenbrand
  • Phototyp VI: schwarze Haut, bekommt kaum Sonnenbrand

UV-Index

Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Bestrahlungsstärke. Das heißt, sie richtet sich nur nach dem UVB Wert.

Die Einteilung gilt für alle Hauttypen und für jeden Ort auf der Welt. Er wird in 5 Stufen aufgeteilt und zeigt auf, wie stark wir uns am jeweiligen Tag, zur gegebenen Uhrzeit schützen sollten. Der Deutsche Wetterdienst ist hier eine gute Quelle. Orientieren kann man sich zusätzlich mit seinem Iphone in der Wetterapp.

Faktoren die, den UV-Index und dessen Werte beeinflussen

  • Sonnenstand
  • Jahreszeit
  • geografische Breite.
  • Ozonsituation in der Atmosphäre
  • Bewölkung und die Höhenlage eines Ortes
  • Reflexionen an Wasser, Sand und Schnee
UV – IndexBelastungSchutz (= hier geht es nur um die UVB Belastung)
0 – 2niedrigkein Schutz erforderlich
3 – 5mäßigSchutz erforderlich:
Hut, T-Shirt, Sonnenbrille, Sonnencreme
6 – 7hochSchutz erforderlich:
Hut, T-Shirt, Sonnenbrille, Sonnencreme.
Mittags den Schatten zu suchen.
8 –
10
sehr
hoch
Schutz absolut notwendig!
Möglichst nicht draußen aufhalten!
Unbedingt Schatten aufsuchen!
Entsprechende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind dringend nötig.
≥ 11extremSchutz absolut notwendig!
Möglichst nicht draußen aufhalten!
Unbedingt Schatten aufsuchen!
Entsprechende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind dringend nötig.

Der UVA-Schutz und ihre Siegel

Da wir uns jetzt ausgiebigst um die UVB-Strahlung gekümmert haben und wie wir uns vor ihr schützen, brauchen wir noch eine zweite Komponnente in unserem Sonnenschutz. Den Schutz vor der UVA Strahlung, denn die meisten Sonnenschutzprodukte beinhalten eine Kombination aus verschiedenen UV-Filtern. Denn jeder Filter hat sein eigenes Spektrum, vor dem es uns schützen kann. So wird sichergestellt das, das Produkt einen hohen “Breitband”-Schutz aufweist (dh. er schütz uns vor UVA & UVB).

Oft sieht man auf den Sonnenschutz Produkten Symbole, Ziffern und Buchstaben, wie Pa+++, der “UVA”-Kreis, oder das Word broad spektrum”. Alle diese Siegel, sollen dem Verbraucher eine Auskunft über den gegebenen UVA Schutz liefern. Leider gibt es beim UVA Schutz noch keine weltweit einheitliche Regel, so wie beim LSF. Sie sind für uns als Laien und Konsumenten ziemlich irritierend. Da aber kein Produkt ohne Regulierung auf dem Markt frei verkäuflich ist, können wir uns an einigen Siegeln doch recht gut orientieren.

Eine gute Sonnencreme sollte immer einen Breitband-Schutz aufweisen. Einen Schutz vor UVA und UVB.

UVA-Kreis

Dieser steht für den UVA-PF (UVA-protection factor) und darf nur auf das Produkt gedruckt werden, wenn der UVA-Schutz mindestens 1/3 vom UVB beträgt. Hat eine Creme also eine LSF von 30 und einen UVA-Kreis aufgedruckt, so beträgt der UVA-PF mindesten 10. Was wir hier nicht erfahren ist, ob der Schutz ggf. noch höher als ein Drittel ist.

LSFUVA-PF
155
3010
5016,6
50+ (min.60)20

PPD

PPD steht für Persistent Pigment Darkening und ist eine Methode, die angibt wie gut ein Produkt vor UVA-Starhlung schützt. Beim PPD-Wert wird die UVA-induzierte Pigmentierung der Haut gemessen und ist somit ein Pendant zum LSF, nur für UVA-Strahlen.

Liegt der PPD beispielweise bei 10, so schützt dich das Produkt in der Theorie 10x länger vor der UVA-Strahlung.

Was ist der Pa-Wert

Das PA-Bewertungssystem wurde in Japan eingeführt und soll den Konsummenten über das Schutzniveau vor UVA-Strahlen informieren.

Der Pa-Wert entspricht der PPD Messung. Je nachdem was die Messung ergibt, wird sie mit dem PA Rating Systems (Protection of UVA) mit bis zu vier Sternen (“+”) ausgewiesen. Wenn die Messung allerdings mehr als 16 ergibt, erhalten wir auch hier leider keine weitere Info. Es sei denn, der Kundenservice kann einem hier eine genauere Auskunft erteilen. Der PPD-Wert ist mit dem UVA-PF-Wert gleichzusetzten.

UVA-PF/PPD 2 – 4 ⇒ PA +
UVA-PF/PPD 4 – 8 ⇒ PA ++
UVA-PF/PPD 8 – 16 ⇒ PA +++
UVA-PF/PPD 16+ ⇒ PA ++++

Boots Star Rating

In Großbritannien wird der UVA-Schutz durch das Sternensystem Boots Star Rating ausgewiesen. Es zeichnet sich durch das Verhältnis vom UVB zum UVA Schutz aus. Aktuell können Produkte 3 – 5 Sterne erhalten.

SterneNameUVB:UVA Ratio
☆☆☆Good0.6 bis 0.79
☆☆☆☆Superior0.8 bis 0.89
☆☆☆☆☆Ultra0.9 und mehr liegt

Chemische- und physikalische (mineralische) Filter

Oft liest man im Internet von chemischen-, oder physikalischen Sonnenschutzfiltern. So richtig korrekt ist diese Beschreibung allerdings nicht, denn sie suggeriert indirekt, dass der eine Filter besser sei, als der andere.

Was soll das denn heißen, wenn der eine “chemisch” genannt wird, dass der andere “frei von Chemie” ist?

Ich glaube wir müssen hier nicht erläutern, das alles auf diesem Planeten Chemie ist. Deswegen sind auch beide “chemisch”, aber 90% der Posts in Web, wird genau die oben genannte Beschreibung gewählt. Eine bessere Benennung der Filter wäre folgende:

Definition

Chemische Filter = Organische Filter
(Die Organische Chemie umfasst alle Verbindungen des Kohlenstoffs mit anderen Elementen)
Avobenzone, Tinosorb S, Tinosorb M, Mexoryl SX, Mexoryl XL, Uvinul A Plus, Cinoxate, Aminobenzoic acid, Padimate O, Dioxybenzone, Meradimate, Sulisobenzone, Homosalate, Ensulizole, Enzacamene, etc.
Physikalische Filter = Anorganische Filter
(Zur Anorganischen Chemie werden traditionell alle Verbindungen gezählt, die keinen Kohlenstoff enthalten.)
Zinc Oxide (ZnO), Titanium Dioxide (TiO2)

Auch der Begriff “mineralisch” tauch des Öfteren auf, diesen kann man ersatzweise für den anorganischen (physikalischen) benutzen. Denn die beiden Komponenten sind entweder Titanoxid, oder Zinkoxid, beide sind Mineralien.

EU-Kosmetikverordnung

In Deutschland und in Europa gelten Sonnenschutzmittel als Kosmetika und müssen den Rechtsvorschriften der Europäischen Kosmetik-Verordnung (KVO: EG-Nr. 1223/2009) entsprechen.

Derzeit sind 27 UV-Filter in der EU zugelassen, um in Sonnenschutzmitteln mindestens einen Lichtschutzfaktor von 6 zu erreichen. Alle zugelassenen UV-Filter sind im “ANHANG VI“, der Europäischen Kosmetik-Verordnung aufgeführt.

Eine Sonnencreme kann dich leider nie zu 100% schützen!

Wirkweise beider Sonnenschutzfilter

Wenn man sich versucht in die ganze Thematik einzulesen, wird man feststellen, dass es die weit verbreitete Meinung gibt – Anorganische (physikalische) Filter reflektieren und streuen die einfallende Strahlung und organische (chemische) Filter, absorbieren die Strahlung und wandeln sie in Wärme um.

Neuere Studien zeigen aber, dass anorganischen Sonnenschutzfilter eher als UV-absorbierende Materialien und nicht als UV-streuende, oder UV-reflektierende Materialien wirken. Die Menge der UV-Reflexion von Titandioxid und Zinkoxid in Sonnenschutzpräparaten liegt bei weniger als 5 %. Das heißt, ihre Wirkweisen sind fast identisch.

Welcher Sonnenschutzfilter ist besser?

Hier gibt es ein ganz klares – es kommt darauf an. Beide haben ihre Stärken. Je nach persönlicher Präferenz sollte man hier auswählen. Wie mag man die Textur, hat man senible Haut, ist der Sonnenschutz für Kinder, Hauttyp, etc.

Immer wenn die Sommerzeit anbricht, gibt es einige Blogartikel, Schlagzeilen und Co., die ganz gern folgende Zeile posten: Sonnenschutz ist schädlich! Viel schädlicher ist nach aktueller Studienlage allerdings, keinen Sonnenschutz zu tragen.

Der beste Sonnenschutz ist der, den du jeden Tag tragen wirst!
Alles ist besser, als keinen Sonnenschutz zu tragen.

Anorganische
(physikalische) Filter VOR-& NACHTEILE

Vorteil

  • Gut für sehr empfindliche Haut (Obwohl nur einige, der organischen Sonnenschutzmittel Reaktionen hervorrufen)

Nachteile

  • Hinterlassen oft einen sehr weißen Film (man neigt dazu, weniger aufzutragen)
  • Gerade für POC ist diese Variante quasi untragbar
  • Haben oft eine dickere Textur
  • Schlechter abwaschbar

Organische
(chemische) Filter VOR-& NACHTEILE

Vorteile

  • Kein weißer Film beim Auftragen
  • Höhere Sonnenschutzlevel können im Bereich UVA-1 erreicht werden
  • Oft leichtere Texturen, daher für den täglichen Gebrauch tragbarer
  • Diese modernen, neuen Filter sind auch für sensible Haut sehr verträglich: Tinosorb S, Tinosorb M, Uvinul A Plus

Nachteile

  • Neigen dazu öliger zu sein
  • Sensible Haut kann bei folgenden Filtern irritieren reagieren: Avobenzone, Octocrylene, Oxybenzone, PABA, Padimate O, Enzacamene

Liste Organische UV-Filter

  • Handelsname: Tinosorb® S by BASF
  • Abkürzung: BEMT
  • Mit Tinosorb M einer der besten und modernsten Filter
  • Hoher UVA1-Schutz
  • Dringt nicht in tiefere Hautstrukturen ein
  • Besitzt keine hormonelle Wirkung
  • Stabilisiert Avobenzon und Octinoxat
Sehr photostabil
  • Handelsname: Tinosorb® M by BASF
  • Abkürzung: MBBT
  • Mit Tinosorb S einer der besten und modernsten Filter
  • Zieht nicht in die Haut ein
  • Stabilisiert Avobenzon und Octinoxat
Sehr photostabil
  • Abkürzung: TBPT
  • Handelsname: Tinosorb® A2B
Photostabil
  • Handelname: Uvinul® A Plus by BASF
  • Abkürzung: DHHB
  • Sehr hoher UVA-Schutz
  • Stabilisiert Avobenzon und Octinoxat
Sehr stabiler UV-Filter,
  • Handelname: Uvinul® T150 by BASF
  • Abkürzung: EHT
  • Sehr hoher UVB-Schutz und sehr hohes Absorptionsspektrum im UVB Bereich
  • Wird nicht von der Haut aufgenommen
  • Kann Avobenzon destabilisieren und Octinoxat stabilisieren
Sehr photostabil
  • Handelname:Uvasorb® HEB by 3V Sigma
  • Abkürzung: DET
Photostabil
  • Handelsname: Neo Heliopan® OS
  • Abkürzung: EHS
  • Geringes Hautreizungsrisiko
  • Bildet keine freien Radikale
Photoinstabil
  • Handelsname: Eusolex® 232
  • Abkürzung: PBSA
  • Kann unter UV-Strahlung freie Radikale bilden
  • Kann möglicherweise allergische Reaktionen hervorrufen
Sehr photostabil
  • Handelsname: Mexoryl® SX by L’Oréal
  • Abkürzung: TDSA
  • Patentiert von L’Oréal
  • Der Stoff wird in sehr geringem Maße vom Körper aufgenommen
    (max. 0,1 % der aufgetragenen Dosis) und verursacht kaum Hautreaktionen
  • Bisher keine Daten zu möglichen endokrin schädigenden Wirkungen
Sehr stabiler UV-Filter
  • Handelsname: Mexoryl® XL by L’Oréal
  • Abkürzung: DTS
  • Patentiert von L’Oréal
Sehr stabiler broad-spectrum-UV-Filter
  • Handelsname(n): PARSOL® 1789 by DSM Nutritional Products, Milestab 1789, Eusolex® 9020, Escalol® 517, Neo Heliopan® 357, etc.
  • Abkürzung: BMDM
  • Sehr hoher UVA-Schutz
  • Wird unter UV-Strahlung schnell sehr instabil, wird in der EU eigentlich immer stabilisiert
  • Kann ab einer Konzentration über 3% irritierend wirken und Allergien auslösen
  • Wird in Kombination mit Octinoxat, Octyltriazon und anorganischen Sonnenschutzmitteln (Titandioxid und Zinkoxid) instabiler
  • Kann unter UV-Strahlung freie Radikale bilden
Allein sehr photounstabil, ist aber stabilisierbar
  • Handelsname: Neo Heliopan® AP by Symrise
  • Abkürzung: DPDT
Sehr stabiler UV-Filter
  • Handelsname: Uvinul® MS 40 by BASF, Eusolex® 4360 by Merck Global, Neo Heliopan BB by Symrise
  • Abkürzung: BP3
  • Häufigste Ursache für photoallergische Reaktionen
  • Kann freie Radikale bilden
  • Evtl. hormonell wirksam (Studien sind sich uneinig)
  • Oxybenzon hat die höchste Anzahl neu auftretender Kontakt- und Photokontaktdermatitis aller Sonnenschutzmittel, diese Reaktionen werden durch Sonneneinstrahlung oder Hitzeeinwirkung verstärkt
  • Hawaii hat Sonnenschutzpräparate mit Oxybenzone verboten (wegen der Gefahr für Korallenriffe, Studien schwanken hier ebenfalls)
Photostabil
  • Handelsname: Uvinul® MS40 by BASF
  • Abkürzung: BP4
  • Hohes Hautreizungsrisiko
  • Kann leicht vom Körper aufgenommen werden
Photostabil
  • Abkürzung: MBT
  • Handelsname: Neo Heliopan® MBC by Symrise
  • Hoher UVB-Schutz
  • Stabilisiert Avobenzon
  • Kann Allergien verursachen
  • Zieht in den Körper ein
  • Endokrine Wirkungen bei Ratten, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie beim Menschen messbare Wirkungen haben
Eher instabil
  • Handelsname: Eusolex® HMS by Merck Global
  • Abkürzung: HMS
  • Endokrine Wirkungen bei Tieren, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie beim Menschen messbare Wirkungen haben
Leicht photounstabil
  • Handelsname: Uvinul® MC 80 by BASF, Neo Heliopan® AV by Symrise
  • Abkürzung: EHMC
  • Destabilisiert Avobenzon
  • Kann unter UV-Strahlung freie Radikale bilden
  • Kann allergische Reaktionen hervorrufen
  • Wird sehr leicht vom Körper aufgenommen, aber weit weniger als Oxybenzon
  • Endokrine Wirkungen bei Ratten, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie beim Menschen messbare Wirkungen haben
Allein nicht photostabil, kann aber durch andere UV Filter stabilisiert werden
  • Handelsname: Uvinul® N 539 T by BASF, Neo Heliopan® 303 by Symrise
  • Abkürzung: OCR
  • Stabilisiert Avobenzon
  • Kann unter UV-Strahlung freie Radikale bilden
  • Kann insbesondere bei Kindern Allergien (KontaktallergiePhotoallergie)auslösen, deswegen gerade bei Kindern eher meiden.
  • Allg. gilt jedoch, dass viele diesen Filter gut vertragen, aber die Zahl der Menschen, die darauf reagieren steigt.
Photostabil
  • Abkürzung: EHDP
  • Handelsname: Escalol™ 507 by Ashland,
  • Kann unter UV-Strahlung freie Radikale bilden
  • Einige endokrine Wirkungen im Tierversuch, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie beim Menschen messbare Wirkungen haben
Photoinstabil
  • Handelsname: NEO HELIOPAN® E1000 von Symrise
  • Abkürzung: IMC
Photoinstabil

Liste Anorganische (mineralische/physikalische) UV-Filter

  • Handelsname: Eusolex® T-2000 by Merck KGaA
  • Abkürzung: TiO2
  • Verursacht sehr starkes weißeln
  • Kann freie Radikale bilden
  • Geeignet für sensible Haut
Photostabil
  • Handelsname: Z-Cote® HP1 by BASF
  • Abkürzung: ZnO
  • Breitbandfilter (= broad-spectrum filter)
  • Deckt den gesamten UVA-Bereich ab
  • Kann freie Radikale bilden
  • Geeignet für sensible Haut
Photostabil

Absorptionsbereich der verschiedenen Filter

Available sunscreen actives (for UV filter identification and regulatory status, see Table 3).
[Quelle 10]
UVBUVA 2UVA 1
in nm280 – 315315 – 340340 – 400

Persönliches Fazit

Am Ende des Tages ist es eine persönliche Entscheidung, für welchen Sonnenschutz man sich entscheidet. Sie richtet sich oft nach dem eigenen Hauttypen und seinen persönlichen Präferenzen.

Sonnenschutz Empfehlungen

NIVEA SUN
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Mag man lieber eine Kombination aus anorganischen (physikalischen-), oder aus organischen (chemischen-) Filtern? Welchen Hauttypen hat man, will man lieber eine eher ölige, reichhaltige, matte, oder eine leichte Textur? Verträgt er sich mit dem Make-up? Es ist schon schwierig die perfekte Foundation zu finden, aber min. genauso schwer ist es bei Sonnenschutz und dieser ist um einiges wichtiger.

Mir war mit diesem Artikel wichtig, die Dringlichkeit aufzuzeigen, jeden Tag und auch zu Hause, ein Sonnenschutz Produkt, zumindest im Gesicht aufzutragen. Dieses Thema findet viel zu wenig Platz in der breiten Öffentlichkeit, zumindest fühlt es sich für mich so an.

Welchen Sonnenschutz benutze ich denn nun?

  • Es muss Spaß machen ihn JEDEN TAG zu tragen! Es soll keine Arbeit sein, die 2 mg/cm2 (1,2g) aufzutragen, denn keinen UV-Schutz zu tragen ist die schlechtere Variante, als die, einen nicht ganz optimalen zu benutzen.
  • Mind. einen LSF 30, da wir dazu neigen zu wenig aufzutragen. Ich persönlich greife nur nach Produkten mit einem LSF von 50 und 50+.
  • Er sollte das gesamte Spektrum UVA/UVB abdecken. Einrichtwert kann hier der aufgedruckte UVA-Kreis sein (min. 1/3 UVA Schutz)
  • Ideal ohne Deklarationspflichtige Duftstoffe und milder Parfümierung, die sie reizend wirken können.

Ich freue mich auf einen nächsten Artikel mit euch ♡

Unterschrift Gianna

Quellen

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3244270/#S17title
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3482794/
  3. http://www.skinacea.com/sunscreen/uv-filters-chart.html#.XvM1LJMzbAN
  4. https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:265:0039:0043:DE:PDF
  5. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Oxybenzone
  6. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/uv-index_node.html
  7. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/phpp.12214 (Reflektion von physikalischen Filtern)
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3482794/
  9. Alle Videos auf YouTube von Lab Muffin Beauty Science
  10. The long way towards the ideal sunscreen – Where we stand and what still needs to be done – Scientific Figure on ResearchGate. Available from: https://www.researchgate.net/figure/Available-sunscreen-actives-for-UV-filter-identification-and-regulatory-status-see_fig2_42768818 [accessed 13 Jul, 2020]
  11. Alle Informationen habe ich aus verschiedenen Quellen zusammen getragen und so gut es ging zusammen gefasst. Da die Forschung und deren Erkenntnisse sich jederzeit ändern könnten, ist dies eine Aufnahme nach dem heutigen Wissenszustand 07/2020.
  12. https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/421621?resultClick=1 (Kontaktallergie octycrylene)
  13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21504434/ (Kontaktallergie octycrylene)
  14. https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:342:0059:0209:de:PDF

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